Deutsche Wirtschaft schließt 2025 mit schwachem Wachstum und strukturellen Belastungen ab
Die vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen: Nach zwei Rezessionsjahren verzeichnete die deutsche Wirtschaft 2025 zwar ein leichtes Wachstum, doch Investitionen, Industrie und Außenhandel bleiben deutlich unter Druck. Die Beschäftigung stagnierte, während der Staatsanteil an der Wirtschaftsleistung wieder über 50 Prozent stieg.
Das Statistisches Bundesamt (Destatis) stellte in Berlin die ersten vorläufigen Ergebnisse zur wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands im Jahr 2025 vor. Die Daten zeichnen das Bild einer fragilen Erholung mit anhaltenden strukturellen Schwächen.
Bruttoinlandsprodukt: leichte Erholung nach zwei Jahren
Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt wuchs 2025 um 0,2 Prozent, kalenderbereinigt um 0,3 Prozent. Damit kehrte die deutsche Wirtschaft nach den Rückgängen der Jahre 2023 und 2024 in den positiven Bereich zurück, blieb jedoch deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt.
Industrie und Bau weiter unter Druck
Die Bruttowertschöpfung ging im verarbeitenden Gewerbe um 1,3 Prozent, im Baugewerbe um 3,6 Prozent zurück. Hohe Zinsen, Kostenbelastungen und schwache Nachfrage belasteten insbesondere den Wohnungsbau. Im Dienstleistungssektor zeigte sich hingegen ein gemischtes Bild mit Zuwächsen im öffentlichen Bereich sowie in Gesundheit und Kommunikation.
Privater Konsum stützt die Wirtschaft
Die realen Konsumausgaben der privaten Haushalte stiegen um 1,5 Prozent. Während Ausgaben für Gesundheit, Verkehr und Haushaltsausstattung zunahmen, sanken die Ausgaben für Gastronomie und Beherbergung um 0,6 Prozent.
Investitionen erneut rückläufig
Die Bruttoanlageinvestitionen gingen 2025 erneut zurück. Wohnungsbauinvestitionen sanken um 2,4 Prozent, Maschinen- und Ausrüstungsinvestitionen um 3,3 Prozent. Damit blieb ein zentraler Wachstumstreiber weiterhin aus.
Außenhandel belastet das Wachstum
Die Exporte gingen insgesamt um 0,3 Prozent zurück, während die Importe um 3,6 Prozent zunahmen. Besonders die kräftig steigenden Warenimporte wirkten dämpfend auf das Wirtschaftswachstum.
Staatsfinanzen: geringeres Defizit, höherer Staatsanteil
Die Defizitquote sank auf 2,4 Prozent des BIP. Gleichzeitig stieg die Staatsquote erstmals seit den Corona-Jahren wieder über 50 Prozent. Sozialausgaben und Personalkosten blieben die größten Ausgabeposten.
Arbeitsmarkt: Stagnation erreicht
Der langjährige Beschäftigungsaufbau kam 2025 zum Stillstand. Die Zahl der Erwerbstätigen veränderte sich nicht mehr, während die geleisteten Arbeitsstunden je Erwerbstätigen leicht zurückgingen.
Einkommen: Löhne steigen, Gewinne sinken
Die Arbeitnehmerentgelte legten deutlich zu, während Unternehmens- und Vermögenseinkommen rückläufig waren. Dies führte zu einer weiteren Verschiebung der Einkommensverteilung zugunsten der Arbeitseinkommen.
Realeinkommen und Inflation
Die verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte stiegen nominal um 3,1 Prozent, bei einer Inflation von 2,2 Prozent. Reale Einkommensgewinne fielen damit gering aus, während die Sparquote zurückging.
Internationaler Vergleich: Deutschland im unteren Feld
Im internationalen Vergleich lag Deutschland 2025 weiterhin hinter der EU insgesamt, den USA und China. Trotz der leichten Erholung blieb die Wachstumsdynamik schwach.
Die Destatis-Daten zeigen für 2025 eine technische Erholung ohne nachhaltige Dynamik. Öffentlicher Konsum und staatliche Ausgaben stabilisierten die Wirtschaft, während Industrie, Investitionen und Außenhandel strukturell belastet blieben.