Türkische Journalistinnen und Journalisten in Europas Medien

„Journalismus ist überall auf der Welt ein schwieriges Handwerk“

Türkische Journalistinnen und Journalisten in Europas Medien
In Europa erscheinende türkischsprachige Zeitungen und Zeitschriften spiegeln die Vielfalt der Diaspora-Medien wider und greifen die Themen der türkischen Gemeinschaft in unterschiedlichen Ländern auf.
Türkische Journalistinnen und Journalisten in Europas Medien
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Türkische Journalistinnen und Journalisten in Europas Medien
Türkische Journalistinnen und Journalisten in Europas Medien
Türkische Journalistinnen und Journalisten in Europas Medien
Türkische Journalistinnen und Journalisten in Europas Medien

Anlässlich des 10. Januar – Tag der arbeitenden Journalistinnen und Journalisten hat die Journalistin Fulya Omaç die Stimmen türkischer Journalistinnen und Journalisten aus Europa in einer umfassenden Dossier-Berichterstattung zusammengeführt. Zu Wort kommen der in Dänemark tätige Journalist Cengiz Kahraman, der Chefredakteur von Medya Berlin Mustafa Ekşi sowie der in Belgien tätige Journalist und Kameramann Cafer Yıldırımer. Das Dossier wurde in den Zeitungen Anadolu Gazetesi und Pencere veröffentlicht.

Journalismus in Europa: Verantwortung zwischen zwei Öffentlichkeiten

Die Dossier-Berichterstattung macht deutlich, dass türkische Journalistinnen und Journalisten in Europa unter besonderen Bedingungen arbeiten. Neben den allgemeinen Herausforderungen des Berufs – wirtschaftlicher Druck, Digitalisierung und Zeitknappheit – tragen sie eine zusätzliche Verantwortung gegenüber zwei unterschiedlichen Öffentlichkeiten: der Gesellschaft des Aufenthaltslandes und der türkischsprachigen Community.

Journalismus wird damit zu einer Form der Vermittlung, die weit über reine Nachrichtenproduktion hinausgeht.

Cengiz Kahraman: „Journalismus schafft Vertrauen zwischen Gesellschaften“

Der in Dänemark arbeitende Journalist Cengiz Kahraman betont, dass Journalismus im Ausland nicht allein das Weitergeben von Informationen sei. Vielmehr gehe es darum, zwischen der Gesellschaft, in der man lebt, und der Türkei eine sachliche, ausgewogene und glaubwürdige Verbindung herzustellen.

Kahraman verweist darauf, dass Diaspora-Journalisten ständig zwischen unterschiedlichen Erwartungshaltungen agieren müssen. Diese doppelte Verantwortung erfordere besondere journalistische Sorgfalt und ein hohes Maß an professioneller Distanz.

Mustafa Ekşi: „Diaspora-Journalismus ist Teil demokratischer Öffentlichkeit“

Der Chefredakteur von Medya Berlin, Mustafa Ekşi, unterstreicht die Rolle türkischer Medien in Europa als Bestandteil demokratischer Öffentlichkeit. Diaspora-Journalismus bedeute nicht nur aktuelle Berichterstattung, sondern auch Dokumentation, Erinnerung und gesellschaftliche Sichtbarkeit.

Ekşi betont, dass überprüfte, unabhängige und transparente Berichterstattung entscheidend sei, um Vertrauen sowohl innerhalb der Community als auch gegenüber der Mehrheitsgesellschaft zu sichern. Gerade in Zeiten zunehmender Desinformation komme dieser Aufgabe besondere Bedeutung zu.

Cafer Yıldırımer: „Bildjournalismus verlangt besondere Verantwortung“

Der in Belgien tätige Journalist und Kameramann Cafer Yıldırımer hebt die besondere Wirkung visueller Berichterstattung hervor. Bilder und Videos könnten Emotionen verstärken und öffentliche Meinungen prägen. Umso wichtiger sei es, Bildjournalismus stets mit journalistischer Einordnung und ethischem Bewusstsein zu verbinden.

Yıldırımer betont, dass visuelle Inhalte im digitalen Raum schnell aus dem Kontext gelöst werden können. Verantwortungsvoller Journalismus müsse daher auch im Bereich Foto und Video klare Standards einhalten.

Fulya Omaç: „Der 10. Januar ist ein Tag der Selbstreflexion“

Die Journalistin Fulya Omaç erklärt, dass der 10. Januar nicht nur ein Gratulationstag sei, sondern Anlass zur kritischen Auseinandersetzung mit Arbeitsbedingungen und Verantwortung des Journalismus biete. Türkische Journalistinnen und Journalisten in Europa seien neben globalen Herausforderungen auch mit spezifischen Fragen der Diaspora konfrontiert.

Trotz aller Schwierigkeiten bleibe Journalismus ein Beruf, der Haltung, Beharrlichkeit und ethische Klarheit erfordere.

Gemeinsames Fazit: Anspruchsvoll, aber unverzichtbar

Alle beteiligten Journalistinnen und Journalisten sind sich einig, dass Journalismus weltweit ein schwieriges Handwerk ist. Gleichzeitig bleibt er unverzichtbar für demokratische Gesellschaften, öffentliche Kontrolle und eine informierte Öffentlichkeit. Der 10. Januar steht somit auch für Solidarität innerhalb des Berufsstandes und für das Festhalten an journalistischen Grundwerten.